Begrüßung im Jahr 2014: Andy Grabner (l.) und Rolf Krause, Foto: Kehrer

Sandersdorf - Das Kinder- und Jugendballett verzichtet ab sofort auf den Namenszusatz Sandersdorf-Brehna. Stattdessen halten die Tänzer nun die Jahreszahl 1965 in Ehren - in Erinnerung an die Gründung des Ensembles als Ballett der Orwo-Filmfabrik.


„Das ist eine Entscheidung des Präsidiums und der Mitgliederversammlung. Das muss ich nicht kommentieren“, erklärt Ballettpräsident Rolf Krause. Gleichzeitig macht er darauf aufmerksam, dass sich an der Ausrichtung der Gruppe und der Zusammensetzung des Präsidiums nichts ändere. An der Spitze des Kinder- und Jugendballetts 1965 steht Krause als Präsident. Vizepräsidentin ist Gudrun Becker.

Dass das Ballett auf den Zusatz Sandersdorf-Brehna verzichtet, kommt überraschend. Schließlich hatten Krause und Co. im November 2013 nach diversen Querelen mit Bitterfeld-Wolfen gebrochen und zum 1. März 2014 mit der Entscheidung pro Sandersdorf-Brehna ein Zeichen setzen wollen. „Wir fühlen uns hier sehr gut aufgenommen“, hatte Krause damals die Zusammenarbeit mit Sandersdorf-Brehna gelobt. Auch Bürgermeister Andy Grabner (CDU) hielt Tür und Tor offen und freute sich, „ein echtes Highlight“ in der Stadt begrüßen zu können.
Tänzer packten 2016 ihre Koffer im Bitterfelder Kulturpalast

Letztlich packten die Tänzer 2016 ihre Koffer im Bitterfelder Kulturpalast und zogen ins neue Trainingszentrum in der Sandersdorfer Friedensstraße um. Warum aber nun der Verzicht auf den Beinamen Sandersdorf-Brehna? Krause sagt nichts. Und Grabner? „Es ist wie es ist. Das muss ich akzeptieren.“

Dann spricht er von Traurigkeit und dem Verlust eines Aushängeschildes. „Ein überregional agierender Verein mit Sandersdorf-Brehna im Namen ist ein Botschafter für uns. Wir sind damit auch in ganz anderen Bereichen wahrgenommen worden.“ Andy Grabner spricht nicht vom Bruch mit dem Ballett. Aber er lässt durchklingen, dass die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Verein anders werden könnte.

Das Kinder- und Jugendballett hat wie andere Vereine auch Brauchtumsmittel aus dem Sandersdorf-Brehnaer Stadtsäckel bekommen. Grabner spricht von bis zu 3 000 Euro im Jahr. „Das Ballett kann weiter Unterstützung beantragen. Wie hoch die ausfällt, müssen wir abwarten.“
Namensänderungen sind beim Ballett nicht neu

Namensänderungen sind beim Ballett nicht neu. Das Ensemble ging zunächst als Kinder- und Jugendballett der Orwo-Filmfabrik an den Start und wurde 1991 zum Verein. 2006 preschten die Tänzer vor, wählten Bitterfeld-Wolfen als Beinamen - weil sie den Namen der künftigen Stadt bewusst nach außen tragen wollten, wie es damals hieß.

Spekuliert wurde, dass der Name mit einem Umzug zu tun gehabt hatte. Die Tänzer verabschiedeten sich im selben Jahr von der langjährigen Trainingsstätte im Wolfener Kulturhaus und wechselten in den Kulturpalast Bitterfeld, dessen Eigentümerin die Preiss-Daimler-Unternehmensgruppe war. Deren Chef Jürgen Preiss-Daimler hielt große Stücke auf das Ballett und ist dem Ensemble auch heute noch verbunden.

2014 kam Sandersdorf-Brehna auf die Vereinsfahnen, jetzt 1965. „Wir sind das Orwo-Traditionsballett. Das zeigen wir“, betont Krause immer wieder. (mz)