Willkommen: Sandersdorf-Brehnas Bürgermeister Andy Grabner (l.) und Ballett-Chef Rolf Krause beglückwünschen sich zur Partnerschaft.  (BILD: André Kehrer)

Von Ulf Rostalsky

Das Kinder- und Jugendballett unterschreibt eine Willkommensurkunde mit Sandersdorf-Brehna. Doch ist der Bitterfelder Kulturpalast weiterhin die Heimstatt. Der für öffentliche Diskussionen sorgende Namenswechsel sei „nicht voreilig“ erfolgt, betont Präsident Krause.

Bitterfeld/MZ. Neue Zeiten im Kinder- und Jugendballett: Nach fast acht Jahren mit dem Namenszusatz Bitterfeld-Wolfen wird der Verein ab 1. März den Beinamen Sandersdorf-Brehna tragen. Dessen Bürgermeister Andy Grabner (CDU) und Ballettchef Rolf Krause haben Montagabend die Willkommensurkunde unterschrieben. Damit vollzogen sie offiziell das nach, was beim Facebookauftritt, auf Reklametafeln im Bitterfelder Kulturpalast und auf Pkw schon Alltag ist: Überall dort wird das Ensemble-Motto „Aus Liebe zum Tanz“ bereits mit dem Namen Sandersdorf-Brehna kombiniert.

Der für öffentliche Diskussionen sorgende Namenswechsel sei „nicht voreilig“ erfolgt, betont Präsident Krause. Einen solchen Schritt müsse zwar „ein völlig eigenständiger Verein wohl niemandem erklären“. Krause tut es dennoch: Es gehe um die Umsetzung eines einstimmig gefassten Beschlusses der Mitglieder und auch um die öffentliche Wahrnehmung des Balletts. Das könne nicht übers Knie gebrochen werden, brauche Vorlauf.

Umzug steht nicht auf der Tagesordnung

Das Orwo-Traditionsballett wechselt also den Namen. Doch was ändert sich sonst noch? Und welche Vorteile bringt die Hinwendung zu Sandersdorf-Brehna?

Ein Umzug steht jedenfalls nicht auf der Tagesordnung. Wirkungsstätte bleibt auch in Zukunft der Bitterfelder Kulturpalast. Auch der gemeinsame Auftritt von Ballett und Grabner fand dort statt. Zwischen dem Verein und den Eigentümern des Hauses gibt es eine auf mehrere Jahre fixierte Vereinbarung, nach der das Ballett kostenfrei im Palast trainieren und einmal pro Jahr den Saal unentgeltlich für Gala-Veranstaltungen nutzen dürfe.

Das soll so bleiben. Und zwar unabhängig davon, dass der Sandersdorf-Brehnaer Bürgermeister Andy Grabner erklärt, dem Ballett in seiner Stadt gute Bedingungen bieten zu können. Ohnehin ist die Willkommensurkunde nicht mehr als eine Willensbekundung zur Zusammenarbeit. Stadt und Ballett werden definitiv keine Kooperationsvereinbarung abschließen, heißt es. Eine solche habe es übrigens auch nie mit Bitterfeld-Wolfen gegeben, so Krause.

Offensichtlich ist allerdings, dass die Chemie zwischen Ballett und Grabner stimmt - anders als zwischen dem Verein und der Bitterfeld-Wolfener Oberbürgermeisterin Petra Wust (parteilos). Grabner macht keinen Hehl daraus, „ein echtes Highlight“ begrüßen zu dürfen. Er freut sich, garantiert Auftritte im Stadtgebiet und versteht das Ballett als Pfund, mit dem Sandersdorf-Brehna wuchern werde.

Kein finanzielles Willkommensgeschenk

Ob die Tänzer in seiner Stadt tatsächlich bessere Bedingungen vorfinden als in Bitterfeld-Wolfen, mag Grabner nicht kommentieren. Er hält sich auch mit einer abschließenden Bewertung des Namenswechsels zurück. „Ich akzeptiere die Entscheidung des Vereins. Ob ich sie gut oder schlecht finde, ist nicht wichtig.“

Fest steht, dass dem Ballett in Sandersdorf-Brehna keine Extrawurst gebraten wird. Es gibt laut Grabners auch kein finanzielles Willkommensgeschenk. Für Krause ist das auch nicht nötig. Man wolle auf keinen Fall als Konkurrent zu anderen Vereinen in der Stadt verstanden werden. Das Ballett wird sich wie alle Vereine bei Projekten um Brauchtumsmittel bewerben müssen. Bislang kamen die vom Ortschaftsrat Bitterfeld. Ein gutes Gefühl will Krause allerdings nicht verheimlichen. Man komme gut klar mit den neuen Partnern. „Und wir hatten schon in letzter Zeit jede Menge Auftritte in Sandersdorf-Brehna. Warum soll sich das ändern?“

Andy Grabner lässt sich dann doch nicht lumpen. Es gibt neue Trainingsanzüge und die Zusage für die Schirmherrschaft zur Frauentagsgala des Balletts - im Bitterfelder Kulturpalast.